Ein unbequemer Präzedenzfall

Kalk macht vielen Stockwerkeigentümern das Leben schwer. Wasserbehandlungsanlagen sind beliebt und erfreuen sich grosser Nachfrage. Hinter der Kalkproblematik verstecken sich für die Stockwerkeigentümergemeinschaften aber noch andere sehr stockwerkeigentumsspezifische Problemstellungen!

(Bild: njaj)

Oftmals scheiden sich im Stockwerkeigentum bereits bei der Frage «Welches System soll beschafft werden?» schon die Geister und es kommt innerhalb der Gemeinschaft zu Meinungsverschiedenheiten. Womöglich wird aber bereits von einzelnen Eigentümern die Notwendigkeit bestritten.

Vom Grundsatz her hat natürlich jeder Stockwerkeigentümer ein Recht auf seine eigene Meinung, dies gehört auch zu seinen unentziehbaren Rechten. Nun ist in aller Regel viel Überzeugungsarbeit nötig, dabei soll überzeugt und nicht genötigt werden.

Betreffend der Zuordnung der baulichen Massnahme als notwendig, nützlich oder luxuriös und damit der Zuweisung eines notwendigen Stimmrechtsquorums wurde am Bezirksgericht Uster ein Präzedenzfall geschaffen, den viele Stockwerkeigentümer am Liebsten wieder kippen würden. Das BG Uster definierte bereits 2005, dass Entkalkungsanlagen im Stockwerkeigentum luxuriöse bauliche Massnahmen darstellen und dass damit diesbezügliche Beschlüsse einstimmig gefasst werden müssen.

Wenn es bei den Streitigkeiten unter den Stockwerkeigentümern nur um die Übernahme von Kosten geht, kann auch ohne grosse Umstände Abhilfe geschaffen werden indem die Befürworter die entsprechenden Kosten übernehmen. Weigert sich hingegen ein Stockwerkeigentümer, behandeltes Wasser an seiner Zapfstelle zu beziehen, wird womöglich keine Einigkeit erzielt werden können.

Wasserbehandlungsanlagen können aber auch im Kleinformat für einzelne Objekte beschafft werden. Da sich in dieser Variante auch die Frage der Systemlösung für die Gemeinschaft nicht stellt, kann von einer echten Alternative gesprochen werden.

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M.Scholdei

Über M.Scholdei

Markus Scholdei absolvierte eine kaufmännische Lehre im Treuhandbüro Buff in Kreuzlingen. Bereits während der Lehrzeit erhielt er über seine Tätigkeit für Präsidium und Sekretariat des Hauseigentümerverbandes HEV Kreuzlingen Einblick in die Immobilienbranche. \\\\\ Nach Rekrutenschule und militärischer Aus- und Weiterausbildung arbeitete er als Liegenschaftenverwalter für Firmen in St. Gallen, Pfungen und Winterthur. \\\\\ Er liess sich zum Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis, zum Immobilienvermarkter mit eidg. Fachausweis, zum zertifizierten Erwachsenenbildner SVEB 1 und schliesslich zum eidg. dipl. Bauprojekt- und Immobilienmanager NDS HF ausbilden. \\\\\ Seit dem Jahr 2009 ist er geschäftsführender Gesellschafter der msdc Immobilien Bau Treuhand GmbH mit Sitz in Frauenfeld TG und unterrichtete bis 2017 nebenamtlich Immobilienfachleute an den KS Kaderschulen in Zürich und St. Gallen. Für die schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft SFPKIW war er zudem als Prüfungsexperte im Einsatz. \\\\\ Er ist Ehemann, Familienvater, Aikidoka, Golfer, Vorstandsmitglied in verschiedenen Vereinen und Stabsmitarbeiter in einer Brigade der Schweizer Armee.

5 Gedanken zu „Ein unbequemer Präzedenzfall

  1. Sehr geehrter Herr Scholdei
    Auch ich würde gerne eine Kopie dieses Urteils erhalten.
    Ich wäre Ihnen sehr Dankbar.
    Freundliche Grüsse

  2. Ich würde gerne eine Kopie dieses Urteils erhalten, falls das möglich wäre.
    Besten Dank.

  3. Es würde mich intressieren mehr Details zum Entscheid der BG-Uster betreff „ein unbequemer Präzedenzfall“ zu erfahren.
    besten Dank

  4. Hallo Herr Scholdei,

    Auch ich wäre an diesem Urteil interessiert, falls Sie über dieses verfügen.

    Vielen Dank,
    Reto Huber

  5. Sehr geehrter Herr Scholdei, verfügen Sie über nähere Angaben zum Urteil des BG Uster? Könnten Sie mir diese allenfalls zukommen lassen? Besten Dank. Freundliche Grüsse
    R. Jenal

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