Zurückhaltung bei Rohrleitungssanierungen mit Epoxidharz

Dr. Kurt Seiler, seines Zeichens Kantonschemiker der Kantone AR, AI, GL und SH, rät zur Zurückhaltung bei Rohrleitungssanierungen mit Epoxidharz.


In den vergangenen zwanzig Jahren seit dieses Verfahren zur inneren Sanierung von Rohrleitungen mit Epoxidharz praktiziert wird, ist es in regelmässigen Abständen immer wieder zur Verunreinigungen des Trinkwassers durch:

  • Bakterienkeime
  • Fremdgeruch
  • oder Verunreinigung mit chemischen Stoffen

gekommen.

Eine Sanierung der Wasserleitungen von innen her bietet auch Stockwerkeigentümer-gemeinschaften eine finanziell attraktive Alternative zum Ersatz durch neue Leitungen und allen Nebenerscheinungen einer solchen Sanierungsvariante. Aber gerade bevor solche Massnahmen getroffen werden, muss durch die Gemeinschaften geprüft werden, ob überhaupt Sanierungsbedarf besteht. Rostwasser ist nicht schön anzusehen, aber es ist nicht gesundheitsschädlich. Eventuell behebt bereits eine intensive Spülung der Leitungen das Problem! Fällt die Wahl dennoch auf die Sanierung müssen sich die Stockwerk-eigentümer einiger Punkte im Klaren sein und die Verwaltungen und Planer tun aus Haftungsgründen gut daran diese darauf hinzuweisen respektive ihre Auftraggeber abzumahnen:

  • Die Trinkwasserqualität muss durch Spezialisten im Anschluss an die Sanierung periodisch geprüft werden
  • Bei negativen Befunden der Experten wird die Investition umgehend obsolet
  • Eignen sich die Harze für chemische oder thermische Desinfektionen?
  • Sanierte Hausinstallationen müssen im Sinne der Rechtsnachfolger im Stockwerkeigentum klar gekennzeichnet werden. Käufer sind auf diese Sachverhalte hinzuweisen.

Weiterführende Informationen können Sie dem Informationsschreiben Nr. 165 des Bundesamtes für Gesundheit BAG entnehmen.

Aus Deutschland sei zudem ein Gerichtsurteil bekannt, in welchem dem Mieter einer Wohnung sogar eine Mietzinsreduktion von 20 % gewährt wurde, weil die Versorgung des Mietobjekts mit Trinkwasser nur noch über sanierte Leitungen erfolgen konnte.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gebäudemodernisierung, Renovation, Renovation, Renovationen, Sanierung, Sanierungen, Stockwerkeigentum, Stockwerkeigentümergemeinschaft, Stockwerkeigentümerversammlung, Umbau und verschlagwortet mit , , , , , von M.Scholdei. Permanenter Link zum Eintrag.
M.Scholdei

Über M.Scholdei

Markus Scholdei absolvierte eine kaufmännische Lehre im Treuhandbüro Buff in Kreuzlingen. Bereits während der Lehrzeit erhielt er über seine Tätigkeit für Präsidium und Sekretariat des Hauseigentümerverbandes HEV Kreuzlingen Einblick in die Immobilienbranche. \\\\\ Nach Rekrutenschule und militärischer Aus- und Weiterausbildung arbeitete er als Liegenschaftenverwalter für Firmen in St. Gallen, Pfungen und Winterthur. \\\\\ Er liess sich zum Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis, zum Immobilienvermarkter mit eidg. Fachausweis, zum zertifizierten Erwachsenenbildner SVEB 1 und schliesslich zum eidg. dipl. Bauprojekt- und Immobilienmanager NDS HF ausbilden. \\\\\ Seit dem Jahr 2009 ist er geschäftsführender Gesellschafter der msdc Immobilien Bau Treuhand GmbH mit Sitz in Frauenfeld TG und unterrichtete bis 2017 nebenamtlich Immobilienfachleute an den KS Kaderschulen in Zürich und St. Gallen. Für die schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft SFPKIW war er zudem als Prüfungsexperte im Einsatz. \\\\\ Er ist Ehemann, Familienvater, Aikidoka, Golfer, Vorstandsmitglied in verschiedenen Vereinen und Stabsmitarbeiter in einer Brigade der Schweizer Armee.